Aktuelles

WILLKOMMEN

AKTUELLES -Vortragsabend Mittwoch 16. Oktober, ARCHE- Hirschsaal, 20:00 Uhr Der Hirsch in Notzingen- Widerstandsnest 1938/1939



ONLINE-KALMBACH

Hier alle Presse-Berichte und die Präsentation der Veranstaltung zum Download. Fast 90 Personen zeigten großes Interesse an diesem Thema.
Herzlichen Dank für Ihren Besuch.

In Notzingen tobte 1938/1939 ein gewaltiger Kirchenkampf. Der damalige Ortspfarrer Gustav Schaible gehörte der nationalsozialistischen Bewegung „Deutscher Christen“ an und gestaltete mit dem Ortsgruppenleiter das Kirchenleben nach Parteilinie um. Nachdem Beschwerden im Oberkirchenrat eingingen und die Situation immer schwieriger wurde, ordnete der Oberkirchenrat den Vikar Siegfried Weller, einen Mann der „Bekennenden Kirche“ nach Notzingen ab. Die Angst im Dorf war so groß, dass keine der kirchentreuen Familien in Notzingen bereit waren, dem Vikar ein Zimmer als Wohnung zu Verfügung zu stellen. Nur Gottlieb Barz in Wellingen, ein aufrechter Sozialdemokrat und mutiger Christenmensch nahm den Vikar auf. G. Barz verteilte nachts Flugblätter des Landesbischofs und hängte Hetzplakate gegen die Christen ab. Er stand deshalb auf der Liste für das Konzentrationslager Heuberg.

Was sich dann in Folge abspielte kann man sich heute nicht vorstellen. Der Nazi-Pfarrer griff den Vikar an und würgte ihn. Viele Notzinger boykottierten die Gottesdienste von DC-Pfarrer Schaible. Dennoch waren immer mehr auf Parteilinie. Schulleiter, Bürgermeister und Ortspfarrer warben für den Übertritt zu den Deutschen Christen. Als 1939, am Beginn des Jahres 36 Familien in einer Woche aus der Kirche ausgetreten waren, spürten viele, dass es so nicht weitergehen konnte. Lehrerin Irmgard Gräter, die seit 1937 in Notzingen unterrichtete, organisierte nun den Widerstand zusammen mit Vikar Weller. Beide aßen täglich im Hirsch. Immer mit dabei: Die Hirschwirtin Berta Niefer. Sie informierte alle und gab Tipps, wo sich Spitzel aufhielten. Doch sie alle mussten mit ansehen, wie die NSDAP immer mächtiger, die Angst größer und das Vorgehen gegen die Kirche massiver wurde.

Der Kirchenkampf spitzte sich zu. In Notzingen predigte Reichsbischof Müller und die Deutschen Christen reisten mit Bussen an. Wochen später Landesbischof Wurm. Dabei waren die Türen der Kirche mit Lehm verklebt. Auch Steine flogen auf Dekan Leube. Die Situation für den Vikar wurde immer gefährlicher. Auf Vorschlag der Lehrerin wurden die Kirchenbücher nach Genehmigung des Dekans in den Hirsch geschafft und dort ein Büro für den Vikar errichtet. Selbstverständlich stellte die Hirschwirtin Berta Niefer sofort kostenlos ein Zimmer zur Verfügung. Die Kirche wurde nun überwiegend vom Hirsch aus organisiert und verwaltet.

Einige waren im Oberkirchenrat vorstellig. Auch Lehrerin Irmgard Gräter fasste sich auch ein Herz und reiste nach Stuttgart. Schließlich beschloss der Kirchengemeinderat am 20. März 1939 einstimmig, dass die Stellung des Nazipfarrers in der Gemeinde unhaltbar geworden war. Im Mai 1939 wurde Pfarrer Schaible zwangsweise und vorzeitig in den Ruhestand versetzt, weil er für andere Ämter und andere Gemeinden nicht zumutbar war.

Was bleibt zurück: Viele in Notzingen haben Widerstand geleistet. Der Hirsch war die Mitte und das Zentrum. Vikar Weller und Religionslehrerin Irmgard Gräter verlobten sich noch im Juni 39.

Wolfgang Kalmbach hat in den Jahren 2000 und 2001 lange Interviews mit Irmgard Weller und Gottlieb Barz geführt und diese aufgezeichnet. An dem Abend berichtet er über diese aufwühlende und gefährliche Zeit in Notzingen. Der Vortrag findet im frisch renovierten Hirschsaal des ARCHE Wohnverbundes statt, in dem Weller und Gräter immer zu Mittag gegessen haben. Der Mut von Menschen, die die Zeichen der Zeit erkannten und Widerstand geleistet haben, soll in Erinnerung gerufen werden.

Gemeinde Notzingen an Sponsorenwand im Kindergarten für Behinderte in Elendsviertel in Swakopmund in Namibia verewigt

Bei ihrem Besuch im Juni 2019 wurden Ingrid und Wolfgang Kalmbach von der Leiterin des CHAIN Kindergarten in Swakopmund herzlich empfangen. Nach der Führung durch die Einrichtung konnten sich die beiden davon überzeugen, dass an der Sponsorenwand die Gemeinde Notzingen als Sponsorin verewigt ist. Lore Bohm hatte dies bei ihrem Besuch in Notzingen zugesagt. Vom Erlös des Weihnachtsmarkts 2017 erhielt dieser Kindergarten 1.500 € als Spende. Im Namen aller Verantwortlichen von CHAIN sollen wir nochmals einen großen Dank überbringen verbunden mit den besten Wünschen.

Trotz schwieriger Situation in Namibia - Projekte entwickeln sich gut


Reise öffentliche Verkehrsmittel: Städte der Ostsee

Lore Bohm zu Besuch in Notzingen

„Sehr beeindruckend“, so die Rückmeldung von Bürgermeister Sven Haumacher nach dem Abend mit Lore Bohm aus Swakopmund. Sie hilft den Ärmsten der Armen in den Townships von Swakopmund, den schwarzen, behinderten Kindern.

Lore Bohm ging ausführlich auf ihr letztes Projekt mit CHAIN ein, einen Kindergarten für behinderte Kinder. Fassungslos waren die über 40 Besucher als sie hören mussten, dass behinderte Kinder nach der Geburt oft „entsorgt“ werden. Der Erlös des Notzinger Weihnachtsmarktes 2017 ging an dieses Projekt. Bohm zeigte Bilder des Kindergartens, der Anfang des Jahres eröffnet wurde. Mit unserem Geld wurden Therapieräume und ein Musikzimmer eingerichtet. Lore Bohm bedankte sich mehrmals bei der Gemeinde Notzingen und den Besuchern des Weihnachtsmarktes. Im Eingangsbereich befindet sich eine Panelenholzwand auf der alle Namen von Spendern angebracht werden. Wir haben uns verständigt, dass dort demnächst Logo und Name „Gemeinde Notzingen“ angebracht wird.

Der Abend vermittelte sehr beeindruckend, wir in Namibia bei den Armen keine Hilfe ankommt, wie Gelder durch Korruption und Misswirtschaft verschwinden und die Not ständig ansteigt.

Lore Bohm ermöglicht es, dass mit Ihren Kindergärten in den illegalen Siedlungen wenigstens die Kinder eine Verpflegung am Tag erhalten und durch den Besuch die Chance auf einen Schulbesuch steigen.

Der Abend erbrachte Spenden in Höhe von 400 €. Zusammen mit anderen privaten Spenden konnte Lore Bohm 1.900 € für die Kinder in den Elendsvierteln aus Notzingen mitnehmen. Alles geht direkt in die Arbeit für die Kinder.